Jubiläum

1789 – 1989
200 Jahre Museumsgesellschaft e.V.

Bevor die Französische Revolution ausbrach, war viel gelesen und diskutiert worden. Allein in Deutschland gab es seinerzeit über 500 Lesegesellschaften. Ausruck eines gestiegenen Lese- und Informationsbedürfnisses, das im Zuge der Aufklärung die gebildeten und politisch interessierten Bürger zusammenführte:

(R)Evolution

1789 Auch in Ulm, wo am 20. Dezember im rennomierten Gasthaus zur „Krone“ die ulmische Lesegesellschaft gegründet wurde
1815 zog die Gesellschaft in die „Obere Stube“ um und verband sich
1841 mit dem „Hirsch-Casino“ zum „Museum“: ein Ort der Musen, an dem Kunst und Wissenschaft, aber auch die heitere Geselligkeit gepflegt wurden. So avancierte die
1864 käuflich erworbene „Obere Stube“ zum Treffpunkt von Offizieren, Beamten und führenden Bürgern der Stadt. Kulturell und gesellschaftlich aktiv, prägte die Gesellschaft bis

Blütezeit

1914 auch das öffentliche Leben der Stadt. Auch nach
1919 blieb die Gesellschaft bedeutend, zog sich aber mehr in den privaten Bereich zurück. Am 17. Dezember

Zerstörung

1944 wurde das Haus der Gesellschaft mit der wertvollen Bibliothek um über 15 000 Bänden zerstört. Am 23. März

Neubeginn

1949 wurde die Gesellschaft neu organisiert und schon
1953 das wieder aufgebaute Haus bezogen. Neben der Pflege der Geselligkeit widmet sich die Gesellschaft heute vor allem der Förderung junger Künstler. So haben im Lesezimmer mittlerweile 361 Ausstellungen der Künstlergilde stattgefunden, seit
1964 wird ein Wettbewerb für junge Musiker aus der Region Ulm durchgeführt und im Jubiläumsjahr
1989 mit einer Stiftung für das „Humboldt Studienzentrum“ das Studium der Geisteswissenschaften an der Ulmer Universität gefördert.“An das Wohl des Gemeinwesens denken, Standesinteressen opfern, Eintracht unter allen Bürgern der Stadt herstellen.“

Diese Grundsätze wurden vor zweihundert Jahren in der Gründungsversammlung genannt. Ihnen fühlt sich in zeitgemäßer Form die Gesellschaft auch heute verpflichtet.