Liebe Mitglieder und Gäste der Museumsgesellschaft,
am Dienstag, 09. September 2025, 19:30 Uhr lautet das Motto:
Was Sie schon immer über die aktuelle ukrainische Literatur wissen wollten
Ein Abend für und mit ukrainischer Literatur – mit den Verlagen Edition Fototapeta, Berlin und Friedrich Mauke, Weimar.
Durch den Abend führt uns Florian L. Arnold
Durch den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine ist viel Leid entstanden. In den Medien dominieren Berichte über Waffen und Strategien – doch wie geht es den Menschen, und welcher Kulturverlust begleitet das? Zwei deutsche Verlage widmen sich mit großer Leidenschaft der ukrainischen Literatur in deutscher Übersetzung. An diesem Abend stellen sie ihre Arbeit und ausgewählte Bücher vor.
Mitwirkende
Friedrich Mauke Verlag (Weimar)
Der unabhängige Verlag aus Weimar bringt zeitgenössische Literatur von Autorinnen entlang der Europastraße E40, darunter auch aus der Ukraine. Die Bücher greifen wichtige Themen auf, provozieren und eröffnen neue literarische Perspektiven. Verleger André Störr stellt die ukrainischen Titel des Verlags vor.
Edition Fototapeta (Berlin)
Seit 2007 veröffentlicht die edition.fotoTAPETA Bücher aus Osteuropa, mit Schwerpunkt auf Ukraine und Belarus – erkennbar am charakteristischen blauen Einband. Für ihre Arbeit wurde die Edition mehrfach ausgezeichnet. Verleger Andreas Rostek präsentiert u. a. Victoria Amelinas Band „Den Krieg übersetzen“, eine bewegende Auseinandersetzung mit Krieg, Verlust und Aktivismus.
Musikalisch umrahmt den Abend das Oleksander Klimas Trio mit
Sascha Klimas – Geige, Dascha Klimas – Klavier, Oleksandr Klimas – Geige
Der in Ulm lebende ukrainische Komponist und Violinist Oleksander Klimas gastierte auf internationalen Bühnen und veröffentlichte mehrere CDs und DVDs
Leseempfehlung:
Volodymyr Vakulenko: Ich verwandle mich
aus dem Ukrainischen übersetzt von Beatrix Kersten
Der ukrainische Schriftsteller Volodymyr Vakulenko-K. geriet in seinem Heimatdorf Kapitoliwka nahe Isjum im März 2022 unter russische Besatzung. In persönlichen Aufzeichnungen hielt er seine Beobachtungen und Gedanken aus dieser Zeit fest. Der letzte Eintrag stammt vom 21. März 2022. Am 22. März wurde er zusammen mit seinem an Autismus leidenden Sohn von russischen Soldaten verhaftet, zunächst wieder freigelassen, um am 24. März erneut entführt zu werden. Sein geschundener Leichnam wurde im September 2022 nach der Befreiung der Region Isjum durch die ukrainischen Streitkräfte in einem der Massengräber gefunden. Der ukrainischen Schriftstellerin Victoria Amelina ist es zu verdanken, dass die Aufzeichnungen gerettet werden konnte. Sie fuhr noch im September 2022 in das Heimatdorf von Volodymyr Vakulenko und fand die Aufzeichnungen vergraben im Garten neben einem Kirschbaum. So wurde dieses Buch möglich, das neben den Aufzeichnungen von Volodymyr Vakulenko auch eine Auswahl seiner Gedichte enthält. Enthalten sind zudem ein Vorwort von Victoria Amelina über ihre Suche und Rettung des Manuskripts, Texte von Sashko Dermanskyi, Kateryna Lykhoglyad und Iryna Novicka sowie ein Nachwort von Franziska Davies. Die ukrainische Originalausgabe des Buches konnte am 22. Juni 2023 zum BücherArsenal in Kyjiw durch Victoria Amelina präsentiert werden. Nur fünf Tage später, am 27. Juni 2023, wurde Victoria Amelina Opfer eines russischen Raketenangriffs auf ein Restaurant in Kramatorsk. Sie starb an ihren schweren Verletzungen am 1. Juli 2023, dem Geburtstag von Volodymyr Vakulenko.








